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Archive for the ‘Litauen’ Category

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Lielā talka oder Der Große Einsatz

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Am letzten Samstag im April – das ist in diesem Jahr der 24. – findet

in Lettland die „Lielā Talka“ statt – bzw. „Der Große Arbeitseinsatz“.

„Talka“ ist ein Wort, das nur schwer zu übersetzen ist. Es bedeutet,

daß Nachbarn, Verwandte oder auch Freunde zusammenkommen,

um eine größere Arbeit gemeinsam zu bewältigen. Wenn z.B. ein

großes Kartoffelfeld an einen einzigen Tag abgeerntet werden muß,

ruft man seine Umgebung zu einer „Talka“ zusammen.

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Zur sowjetischen Zeit gab es eine kommunistische „Talka“ . Diese

fand immer am 22. April jedes Jahres statt. Fur Schüler und alle

Arten von „Kollektiven“ war es damals Pflicht, daran teilzunehmen.

Meistens war an solch einem Tag eine bedeutende Stadt zu reinigen,

ein vom Staat geschätzter Park zu entbuschen oder etwas ähnliches.

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Nun ist diese Tradition ist wieder lebendig geworden, aber unter

einem anderen Vorzeichen: Den Menschen wird bewußt gemacht,

daß sie für ein saubereres, schöneres Lettland arbeiten müssen –

und dafür ist jedes Jahr wieder eine Menge zu tun !

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Die anfallenden Aufgaben sind seit Sowjetzeiten dieselben geblieben:

Den vielen achtlos weggeworfenen Müll aus der Landschaft sammeln

(ein nächster Schritt wäre, den Menschen beizubringen, keinen Müll

in die Natur zu werfen), Parks zu säubern usw.

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Geboren wurde die Idee der Großen Talka 2008 zur 90-Jahr-Feier der

Unabhängigkeit Lettlands. In zehn Jahren, d.h. bis zur 100-Jahr-Feier,

möchte man Lettland und die Länder des östlichen Ostseeraums zur

„saubersten Region der Welt“ gemacht haben. Nicht nur die Letten sind

aktiv: Auch unsere baltischen Nachbarn und die Region St. Petersburg !

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In Lettland ist diese neue Tradition sehr schnell richtig beliebt geworden:

Fast in jeder größeren und kleineren Stadt, und in praktisch jedem Dorf

finden solche Arbeitseinsätze statt – rund 1.000 Arbeitseinsätze sind bei

den staatlichen Behörden gemeldet !  Und wirklich alle machen dabei mit:

Unternehmen, Schulen und Universitäten, die Armee und alle Behörden –

und sogar der Präsident Lettlands als Schirmherr legt selbst Hand an !

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Wenn jemand lieber alleine arbeiten will, geht das aber auch. Er kann

dann zum nächsten Supermarkt oder in eine lokale Behörde gehen,

dort einen Müllsack bekommen und sich auf Wunsch auch eine konkrete

Aufgabe zuweisen lassen. Den Müll kann er nachher kostenlos abgeben.

Talka-Zeit ist dabei genau von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags !

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Mehr über die „Liela talka“ findet man – auch auf Russisch und Englisch ! –

auf der Internetseite www.talkas.lv

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Übersetzung: Thomas W. Wyrwoll
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Fotos:

http://fotki.lv/lv/noskumusi/725607/

Der Berg der Kreuze ist ein katholisch und touristisch geprägter  Wallfahrtsort  in Litauen unweit von Šiauliai (deutsch: Schaulen, polnisch: Szawle) an der Straße nach Riga. Die Pilger pflegen Kreuze auf den Hügel zu stellen, verbunden mit einem Wunsch oder Dank. Die Wallfahrt erfolgt individuell und ist an keine Termine gebunden.

Zu sowjetischen Zeiten wurde mehrfach versucht, die Wallfahrt zu unterbinden. Mindestens dreimal wurden die Kreuze mit Planierraupen niedergewalzt. Da sich die Litauer hier durchsetzten, wurde der Berg der Kreuze auch ein nationales Symbol.

Der Hügel gilt als mittelalterlicher Burghügel, ist also teils künstlich angelegt. Kreuze dürften hier erst im 19. Jh. aufgestellt worden sein. 1900 waren es erst 130, 1940 etwa 400. Heute stehen ca. 55.000 Kreuze auf diesem Hügel, nicht gerechnet die zahlreichen kleinen Kreuzanhänger. Die vom Hügel und den umgebenden Kreuzen eingenommene Fläche beträgt mehr als einen Hektar.

Zu Entstehung des Hügels, dem Aufstellen der Kreuze sowie der damit ausgelösten Wirkungen gibt es zahlreiche Sagen und Legenden.

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Berg_der_Kreuze

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