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Archive for the ‘Kultur’ Category

TEXT Ingrīda Briede, Ubersetzung Johannes Baumann, Fotos: http://fotki.lv/lv/noskumusi/573984/

Es gibt einen Ort in unserem Nachbarland Estland, zu dem ich von Zeit zu Zeit hinfahren und dabei auch meine Freunde mitnehmen möchte. Das ist eine ganz eigenartige Welt – diese Dörfer der Altgläubigen Kolkja, Mustve, Kallaste und Raja am estnischen Ufer des Peipus Sees. Von Lettland her ist der Weg nicht allzu weit – etwa 80 km von der Grenzstadt Valka bis nach Tartu und dann noch 40 bis zur Küste des Peipus Sees. Einst stand hier die Kultur der Altgläubigen in voller Blüte, die Menschen lebten hier in einer abgeschlossenen Umgebung, und der Glaube und die Tradition prägten die Leute sehr stark. Nun herrscht auch hier wie überall das Globale, die Traditionen machen sich nicht mehr eindeutig bemerkbar, die Jugend hat sich bei ihrer Arbeitssuche über alle Welt verstreut, aber dennoch ist hier etwas von dem Vergangenen zu bemerken. Die Menschen vor Ort befürchten, dass die Welle der Touristen die letzten verbliebenen Traditionen zerstören könnte, aber vielleicht kommt es dadurch zu etwas ganz anderem und trägt dazu bei, dass die Tradition erhalten bleibt, denn viele Touristen suchen das Ursprüngliche und Echte.
Wenn man zum Peipus See fährt, dann sollte man auf jeden Fall in Tartu Halt machen und dort die Universität und die Antonius Gilde, das Haus der Handwerker, besuchen, einen Spaziergang durch die Altstadt machen und den Domberg besteigen. Die Einwohner der Stadt sind stolz auf ihre St. Johanniskirche in der Mitte der Altstadt. Dort kann man etwas ganz besonderes sehen – Tausend winzige Terrakottaskulpturen aus dem Mittelalter. An anderen Orten in der Welt gibt es vielleicht an einer Stelle 400, aber hier tatsächlich Tausend. Dabei ist es interessant, zu erfahren, dass es noch bis zum Zweiten Weltkrieg nicht bekannt war, dass solche Skulpturen überhaupt existierten, aber während des Krieges wurde durch eine Explosion die Stukkatur niedergerissen und dadurch diese Schätze aus vergangenen Zeiten an das Licht gebracht. In der Kirche kann man auch eine Ausstellung besichtigen und dort befindet sich auch ein kleines christliches Geschäft, und sehr oft finden dort Konzerte statt. Die Domruine steht auf dem Domberg über Tartu seit der Zeit der Reformation. Eins war das Bistum Tartu ein eigenes Bistum. (Über die Livländische Zeit kann man auch viel im Museum der Burg von Turaida erfahren.)

Der Peipussee, Zwiebeln und geräucherter Fisch
Eine neu erbaute Autostraße führt uns von Tartu zur Küste vom Peipus See und zum Dorf Varnja. Dort beginnt ein langer Weg, an dessen Rande viele kleine Häuser im russischen Stil mit ihren Vorgärten stehen. Dieser Weg erstreckt sich mit kurzen Unterbrechungen fast an der ganzen Küste vom Peipus See entlang. Und nun sollte man die Augen sehr weit aufmachen, denn hier gibt es viel zu sehen. Im Frühjahr sind es die Holzfällerarbeiten, später die Arbeiten des Säens und Pflanzens und noch später das Einbringen der Ernte vor allem der Zwiebeln in jedem Hof. Unsere Fremdenführerin im Museum der Altgläubigen Anna berichtet: „Für die Einwohner der Dörfer ist die Arbeit sehr wichtig. Im Frühjahr schauen wir nach, ob die Nachbarn noch draußen sind und im Garten arbeiten., wenn sie das nicht tun, dann ist ihr Leben zu Ende gegangen. Denn alle, die sich noch bewegen können und leben, die arbeiten – die Frauen im Garten und die Männer sind unterwegs zum Fischen.“ In jedem Garten gibt es erhöhte Zwiebelbeete, und eins der Souvenirs, dass man immer von hier vom Peipus See mitnehmen sollte, ist ein prächtiges Gerät zum Sieden der Zwiebeln. Früher haben die Einwohner am Peipus See das ganze Gebiet von Helsinki und Petersburg bis hin nach Riga mit Zwiebeln versorgt. Von der einstigen Weite dieses Gebietes ist heute nur noch ein Viertel übrig geblieben. Ebenso beschäftigen sich die Menschen vor Ort mit der Fischerei. Auch jetzt ist der Peipus See eine beliebte Stelle für das Angeln im Winter und die Hauptsaison für den Tourismus ist hier der Winter, an dem sich die Männer zusammentun, die keine Angst davor haben, die kältesten Tage im Winder auf dem See zu verbringen, viele Kilometer vom Ufer entfernt. Am Peipus See gibt es auch eine Fischkonserven Fabrik, und in dem kleinen Geschäft in Mustve kann man alle Arten von Fischkonserven kaufen.

Kolkja – Geschichte und Kultur der Altgläubigen
Wenn man nach Kolkja kommt, sollte man zuerst das neu erbaute Informationszentrum vom Peipus See besuchen. Hier berichten uns die freundlichen Mitarbeiterinnen, was in der Umgebung sehenswert ist. Im Geschäft kann man verschiedene Souvenirs einkaufen und sich mit einer Tasse Kaffee stärken. Zu den Souvenirs gehören Handarbeiten, selbst hergestellter Zucker und Tee. Die Handarbeiten stammen von den Frauen aus den Dörfern oder werden im großen Saal des Informationszentrums angefertigt. Auf jeden Fall sollte man in Kolkja das Museum der Altgläubigen besuchen. Die gut informierte Fremdenführerin Anna gibt uns Einblick in die Traditionen der Altgläubigen und demonstriert uns, wie die Altgläubigen ihre Gebete singen. Inzwischen bin ich dort mehrfach gewesen, aber jedes Mal erfuhr ich viel Neues. Die Kultur der Altgläubigen ist bewundernswert tief und eigenartig.
Die Bewegung der Altgläubigen entstand um 1654, als der Moskauer Patriarch Nikon eine Revision der Gebet- und Gesangbücher durchführte und damit an die griechisch orthodoxe Kirche näher heranrücken wollte. 1666 trennte sich eine Gruppe von Menschen, die diesen Reformen nicht zustimmen wollte, von der russisch orthodoxen Kirche. Die größten Unterschiede zwischen den orthodoxen und den altgläubigen gibt es in der Liturgie. So bekreuzigen sie sich auf verschiedene Weise, oder in der Osternacht umschreiten sie die Kirche unterschiedlich (die Altgläubigen in Uhrzeigerrichtung und die Orthoxen gegen die Uhrzeigerrichtung). Auch haben sie verschiedene Kreuze. Die Altgläubigen haben keine eigenen Priester, aber die Väterchen aus der Mitte der Dorfbewohner, die das Amt eines Sprechers wahrnehmen Sehr wichtig ist für sie die Beichte. Jeder von ihnen muss einmal im Jahr zur privaten Beichte gehen. Wenn jemand gestorben ist, dann betrachtet man zuerst sein Kirchenbüchlein, ob er während der letzten Jahre gebeichtet hat. Wenn das geschehen ist, dann verläuft das Bestattungsritual in der vollen Länge und der Verschiedene wird mit seinem vollen Namen genannt. Liegen keine Eintragungen vor, dann werden in der Liturgie ganz andere Psalmen gelesen und die Bestattung verläuft anonym, das bedeutet, dass bei der Bestattung der Name des Verstorbenen nicht erwähnt wird. Eigentlich sollte jedes Dorf seinen geistlichen Leiter haben, doch das ist jetzt nur selten der Fall. Daher haben es die Altgläubigen mit der Beichte heute oft leichter. Sie geschieht für alle Männer eines Dorfes gemeinsam, und von ihnen getrennt für alle Frauen. Da wird das Sündenbekenntnis aus einem Buch vorgelesen und darauf bekennen alle gemeinsam ihre Sünden. Für die Altgläubigen ist auch das Fasten sehr wichtig. Dabei verzichten sie auf verschiedene Lebensmittel und auf den Geschlechtsverkehr. Jemand hatte einmal ausgerechnet, dass es im Jahr nur 50 Tage gäbe, an denen die Altgläubigen nicht zu fasten brauchten. Die Kinder werden innerhalb einer Woche nach ihrer Geburt getauft. Dabei muss das Wasser „lebendig“ sein, das heißt es darf nicht der Wasserleitung entnommen werden, sondern muss einem See oder Fluss entnommen sein. Unsere Fremdenführerin Anna erinnert sich daran, dass ihr Brüderlein mit Seewasser getauft wurde, auf dem noch Eisstücke schwammen. Für die Altgläubigen ist die Trauung kein Sakrament. Das junge Paar bat die Eltern um ihren Segen für die Ehe und richtete dann ihre gemeinsame Wohnstätte ein. In späteren Jahren verlangte der Staat die standesamtliche Trauung. Die Altgläubigen achteten sehr streng darauf, dass die Familie ihre Mahlzeiten aus ihrem eigenen Geschirr einnahm und dass man einem Fremden auf keinen Fall ein Getränk in einem Gefäß anbieten dürfte, das die Familie benutzt, sondern dass es für Gäste besondere Gefäße gab. Ebenso musste auch ein Mann aus der Familie, wenn er seine Arbeit irgendwo in der Ferne verrichten musste und dann nach längerer Zeit wieder nach Hause zurückgekehrt war, sich zwei Wochen lang einer Art Quarantäne unterziehen und durfte dann nicht bei den Mahlzeiten die Gefäße der Familie benutzen. Nach zwei Wochen musste er sich in der Sauna gründlich reinigen und durfte danach wieder das Geschirr der Familie benutzen.
Bereits im 16. Jahrhundert suchten die Altgläubigen außerhalb Russlands im heutigen Baltikum nach Möglichkeiten, in ihrer Glaubensfreiheit zu leben. Die größte altgläubige Gemeinde gibt es heute in Daugavpils. An dem Ufer vom Peipus See entstand eine geschlossene Gemeinschaft mit ihren Traditionen. Und dennoch hatten die Altgläubigen auch hier nicht immer ein ruhiges Leben. Im 18. Jahrhundert konnten die Altgläubigen friedlich leben und ihre Traditionen ungestört pflegen, doch etwa 1820 begannen die Verfolgungen. Die Altgläubigen durften nicht mehr eigene Bethäuser erbauen und Gottesdienste halten mit ihren Zeremonien. Es wurden Vorfälle beschrieben, dass man Bethäuser der Altgläubigen zu orthodoxe Kirchen umbaute, den Eltern ihre Kinder wegnahm, diese orthodox taufte und sie an orthodoxe Familien zur Erziehung weiter gab. 1833 wurde es den Altgläubigen wieder erlaubt, Kirchen zu bauen und Gottesdienste zu halten. 1905 trat das Gesetz von der Freiheit des Glaubens in Kraft, und seitdem konnten die Altgläubigen ihre Gemeinden und Organisationen offiziell registrieren lassen.
Die Jahre des freien Baltikums zwischen den beiden Weltkriegen vergingen an der estnischen Küste vom Peipus See friedlich, aber die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg brachten wieder neue Einschränkungen mit sich. Nachdem Estland jetzt wieder seine Freiheit zurück gewonnen hatte, konnten die Altgläubigen im vollen Maße ihr geistliches Leben führen, altgläubige Museen erbauen und in den Schulen den Kindern die Grundlagen des Glaubens vermitteln.
Eine weitere Attraktion in Kolkja ist das Restaurant der Altgläubigen. Hier wird die Möglichkeit angeboten, sich traditionelle Mahlzeiten aus dieser Küstengegend schmecken zu lassen – Fischsuppe, gebackenen Fisch, Zwiebelgerichte, sich bei dem Nachtisch die Piroggen schmecken zu lassen und sich ein Stück Zucker seitlich in den Mund zu stecken und dazu grünen Tee aus dem Samowar zu trinken

Der Friede, wie er nur am Peipus See möglich ist.
Als nächsten Halt empfehle ich das kleine Dorf Kallaste. Auf dem Wege kann man die Burg Alatskivi betrachten, was wie ein Rückzug von der Kultur des Altgläubigen anmutet. Die Burg weist Elemente der estnischen, deutschen und schottischen Bautraditionen auf. Im kleinen Dorf Kallaste lohnt es sich, den Weg am See entlang einzuschlagen und dann den Weg zum Friedhof der Altgläubigen zu nehmen. Die Verstorbenen von Kallaste ruhen auf einer Höhe über dem Uferrand unmittelbar neben dem See. Besonders merkwürdig sehen die Kreuze der Altgläubigen aus. Auf dem oberen Querholz steht altslawisch geschrieben „Vater des Lichtes“ und „Jesus“; auf dem nächsten Querholz „Gottes Sohn“, doch das untere schräge Querholz enthält den Namen des Verstorbenen und erinnert an die beiden Schächer, die zur Seite Jesu auf Golgatha auch rechts und links von ihm gekreuzigt wurden. Wenn wir am Zaun des Friedhofs entlang gehen, kommen wir wieder an das Ufer vom See und an den kleinen Badestrand. Das andere Ufer – das russische – kann man nicht sehen, so dass der Eindruck entsteht, manwäre an dem Ufer eines Meeres.
An der Küste vom Peipus See gibt es sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten. Über sie sowie über weitere Ziele für eine Besichtigung sowie über das Museum kann man zu den Gschäftszeiten des Büros und des Dorfkruges und im Internet unter http://www.peipsi.ee weitere Einzelheiten erfahren. Schwerer wird es mit Übernachtungsmöglichkeiten für größere Gruppen. Eins der größten Nachtquartiere ist „Kadrinas hosteli“ einige Kilometer vom Seeufer entfernt. Das hat der Holzbildhauer Taavi Pikk mit seiner Frau erbaut. Unweit vom Nachtquartier hat der Holzbildhauer seine Werkstatt, und auf dem Hof kann man Holzskulpturen betrachten, welche der Künstler selbst hergestellt hat., auch Möbel aus Holz und kleine Märchenhäuser fürKinder.
Am nächsten Tag der Exkursion kann man den Ausflug entlang der Küste vom Peipus See damit fortsetzen, dass man in eines der Bethäuser der einkehrt, sich eine Kollektion von Samowaren ansieht, sollte das Waagenmuseum in Muste besucht. Nach Lettland kann man wieder zurückkehren, wenn man einen Umweg über Peltsama macht und dort den Rosengarten betrachtet und dort eine Kostprobe vom estnischen Wein nimmt und durch das schöne Städtchen geht.

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Lettland: Jāņi

In Lettland wird Jāņi vom 23. bis 24. Juni als populärster Feiertag begangen. Beide Tage sind in Lettland Feiertage.

Lettische Mythologie spricht allen Gräsern und Blumen, welche am Tag vor Mittsommer gesammelt werden, spezielle Heilkraft für Mensch und Tier zu. Sie werden in Kränze geflochten und zu Sträußen gebunden. Traditionell schmücken sich die Frauen mit Blumenkränzen, während die Männer Kränze aus Eichenlaub tragen. Sowohl Tür und Tor, als auch ausgesuchte Räume und Stallungen, aber auch die Tiere werden mit diesen Johannisgräsern (lettisch: jāņu zāles) geschmückt. Die Kränze ahmen die Form eines Eis als „Ursprung des Lebens“ nach. Sie sollen somit die Fruchtbarkeit der Natur widerspiegeln.

Für das Johannesfest stellt die Hausherrin Kümmelkäse her. Der Hausherr widmet sich dem Bierbrauen. Mittlerweile wird diese Prozedur jedoch häufig durch das „Bierkaufen“ ersetzt. Durch das Darbieten von Käse und Bier, durch das Singen und Tanzen werden allen „Johanneskindern“ (lettisch: jāņu bērns) die Segnungen der Natur und ihrer Götter zuteil, während sie selbst Gäste bei der Hochzeit vom Himmelsvater Dievs mit der Mutter Erde Mara sind.

Eine spezielle Tradition bilden die līgo-Gesänge – Dainas zum Johannisfest mit einem charakteristischen Refrain – līgo, līgo. Nach alten Überlieferungen wurde dieses Wort līgo vom Gott Jānis (deutsch: Johannes) zur Erde gebracht, um die Felder zu segnen und reiche Ernte zu bringen.

In mehreren tausend Liedern werden die Saule (Sonne), der Jānis (oft auch Sohn Gottes genannt), sowie die Jāņu māte und Jāņu tēvs („Johannesmutter“ und „Johannesvater“, die Hausherren eines jeden Gehöfts) besungen. Die Jāņa bērni („Johanneskinder“, die festliche Prozession) ziehen mit Kränzen und Gräsern geschmuckt singend von Hof zu Hof, verlangen singend nach der traditionellen Mittsommer-Mahlzeit (Käse und Bier) und wünschen Glück, Segen und Fruchtbarkeit.

Das Johannesfest findet seinen Höhepunkt in den Johannesfeuern, welche vor Sonnenuntergang angezündet und bis zum Sonnenaufgang in Gang gehalten werden. Auf dem Lande wird das Johannesfeuer auf einem Hügel entfacht, wobei ein Teerfass auf einem Pfahl, ein in Teer getunktes und mit Stroh umwickeltes Wagenrad oder spezielle Fackeln verwendet werden. Das Johannesfeuer wird als reinigend und für Gesundheit und Fruchtbarkeit als förderlich betrachtet. Außerdem soll es alles Übel von den durch das Feuer beleuchteten Feldern, Häusern, Menschen und Tieren vertreiben.

Entlang der Küste werden die Johannesfeuer meist direkt am Strand entfacht. Hierbei wird die Gelegenheit genutzt, um im Laufe der Zeit angeschwemmtes brennbares Material einzusammeln oder auch durch Naturgewalten umgestürzte Bäume in den „ewigen Kreislauf“ von „Erde – Wasser – Feuer – Luft“ zurückzubringen.

Aus Wikipedia
Fotos: http://fotki.lv/lv/noskumusi/543350/

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Weltfrauentag – einst und jetzt

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Heute war ich in einer der größten lettischen Ladenketten einkaufen.

Den Einkaufskorb hatte ich sehr bald voller Blumen – Rosen und Nelken.

Und fast jeder kaufte an diesem Tag mindestens einen Strauß Blumen !

Die meisten der Käufer waren dabei auffälligerweise ethnische Russen.

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Warum bestand aber gerade heute ein so übergroßes Interesse an Blumen ?

Feiern ausgerechnet heute so viele Leute Geburtstag oder Namenstag ?!

Nein – die Antwort ist natürlich eine andere: Heute ist Weltfrauentag !!!

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In der Wikipedia steht, daß der „kurz Internationaler Frauentag oder

Weltfrauentag genannte Tag der Vereinten „für die Rechte der Frau und

den Weltfrieden‘ “ weltweit jeweils am 8. März von Frauenorganisationen

begangen wird. „Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf

um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen.“

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Formal gesehen war auch die Sowjetunion ein Erbe dieser hehren Ideale,

und bei aller Unterdrückung und der fast ständigen Gewalt gegen Frauen

wurde der Frauentag hier allgemein hochgehalten. Typische Verlogenheit !

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Irgendwie paßte das aber sehr gut zu den alten lettischen Traditionen,

nach denen zu jedem Anlaß – sei es nun ein romantisches Stelldichein,

ein Geburtstag oder Namenstag, Abitur, Taufe, Konfirmation oder auch

„einfach nur so“ – Blumen geschenkt werden.

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Ich erinnere mich aus meiner Kindheit, daß der Frauentag ein Tag war,

an dem einem ungeschriebenen Ritual gemäß Männer ihren Frauen,

Töchtern, Müttern und Kolleginnen gratulierten und etwas schenkten –

meistens eine Blume sowie Schokolade als Pralinen oder in Tafelform.

Auch meine Mutter, Oma, Schwester und ich freuten uns immer sehr,

von Vater wieder Blumen und Schokolade geschenkt zu bekommen.

Der Tag hatte eine besondere Bedeutung in unserem Festkalender !

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Da es aber in sowjetischer Zeit im Frühjahr nur wenige Blumensorten gab,

wurden meistens große rote Tulpen verschenkt – und selbst die wurden rar !

Viele Letten haben damals Blumen in privaten Gewächshäusern angebaut

und dann im Auto oder mit der Bahn nach Leningrad gebracht und verkauft

– und damit gutes Geld verdient ! Man mußte es nur irgendwie fertigbringen,

daß die Blumen genau zu diesem Tag aufblühten…

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Von der ursprünglichen Bedeutung des Weltfrauentages ist heute wenig übrig.

Er bietet den Männern eine Gelegenheit, zu allen möglichen Frauen charmant

zu sein, ohne daß es besonders auffallen würde. Sonst kommt das selten vor !

Man spürt noch oft den alten sowjetischen Machismo und seine Verkleidung…

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Andererseits lieben die Frauen den Weltfrauentag aber ohne Einschränkung !

Wenn es in einem Betrieb wirklich nur Frauen und keinen einzigen Mann gibt,

dann gratulieren sich die Frauen wechselseitig – und essen gemeinsam Torte !

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Natürlich gibt es auch noch den Muttertag Anfang Mai, aber der gilt nur den

Müttern – als allgemeine Danksagung der Kinder an ihre Mutter. Heutzutage,

wo immer weniger Frauen Kinder bekommen, ist das noch weniger ein Ersatz.

Und es ist doch eigentlich schon so ein Grund zu feiern, daß man Frau ist !!!

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Die vielleicht größte Freunde haben an diesem Tag aber die Blumenhändler –

ihre Umsätze erreichen Höhen wie sonst nie ! Und es lohnt sich wirklich,

am Frauentag zum Rigaer Zentralmarkt zu gehen und die vielen herrlichen

Blumen zu sehen, die in allen Farben und Formen das Auge verzaubern !!!

Und dann noch all die gut gelaunten Männer und Frauen, die da einkaufen…

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An normalen Tagen werden mehr Blumenkränze für Beerdigungen verkauft

als Blumen, die einem lebenden Menschen Freude bereiten sollen – leider !

Der heutige  8. März war dann aber schon fast wieder ein „normaler“ Markttag –

es blieben nur ein paar Tulpen und Nelken vom einst riesigen Angebot übrig.

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Übersetzung: Thomas W. Wyrwoll

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Mehr Fotos unter:

http://fotki.lv/lv/noskumusi/679519/
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Letten lieben Moosbeeren !

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Eine der Beerensorten, die Letten besonders gerne mögen,

die aber in Deutschland fast unbekannt ist, ist die Moosbeere.

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Moosbeeren haben einen ganz besonderen, bitteren Geschmack.

Der kommt vom hohen Anteil an Vitamin C  und anderen Säuren.

Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe werden Moosbeeren traditionell als

eine Art Medizin betrachtet, die gegen Krebs u.a.m. helfen soll.

Das ist sicher alles andere als erwiesen – Tatsache ist es aber,

daß sie ausgezeichnet schmecken !

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Die Moosbeere wächst bevorzugt, wie ja schon die Name sagt,

in Moorgebieten. Der hochdeutsche Name „Moosbeere“ basiert

dabei an der, wie ich erfahre, eher süddeutschen Benennung

„Moos“ für „Moor“. Moore sind auf der Nordhalbkugel bis etwa 71°

nördlicher Breite zu finden, besonders häufig aber im Baltikum,

in Skandinavien,  im nördlichen Rußland sowie in Japan. Verwandte

Formen gibt es auch in Nordamerika, wo die sog. „Cranberry“ gar

industriell genutzt und dann auch nach Europa exportiert wird.

In Deutschland ist die Moosbeere dagegen viel seltener.

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Auf Lettisch heißt sie „dzērvene“. „Dzērvene“ kommt vom Wort

„dzērve“ – Kranich. Wahrscheinlich rührt dieser Name daher,

daß Kraniche gerne in Mooren leben und diese Beeren fressen.

Interessant ist, daß auch auf Niederdeutsch diese Beerenart z.T.

Kraanbeere, Kranbeere oder auch Krammbeer/n genannt wird –

was sich ebenfalls auf den Kranich bezieht. Vielleicht haben wir

Letten hier aus dem Deutschen übersetzt ?!  Das kommt oft vor.

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Moosbeeren werden in Lettland sozusagen für alles verwendet:

zur Herstellung von Getränken, als Obst für Kuchenauflagen,

als Einlage in Joghurts, ja selbst in Schokolade (Lettland hat da

viele nationale Rezepte, die die Industrie sonst verschmäht).

Wir Letten essen sie auch gerne ohne alles andere roh und pur.

Ein deutscher Freund meinte aber nach einem ersten Versuch,

daran müsse man sozusagen von der Kindheit an gewöhnt sein –

ein normaler Mensch könne sie wohl nur als Zutat verwenden.

Fast jeder Lette hat welche in seinem Kühlschrank eingefroren

– auch in meinem Kühlschrank sind immer welche zu finden !

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Neben der Wildform gibt es auch kultivierte große Moosbeeren,

die aber deutlich anders als ihre wilden Verwandten schmecken.

Manche Menschen versuchen daher, in ihrem Garten aus dem

Moor mitgebrachte Beeren anzupflanzen – nicht immer mit Erfolg.

Andere, die gar nicht selber sammeln, kaufen von den Sammlern.

Und für die gesammelten Moosbeeren sollen in Lettland die Preise

im Schnitt höher sein als irgendwo sonst in Europa. Erstaunlich !

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Sobald der Herbst da ist, ziehen die Letten in den Wald, um dort

Pilze und Beeren zu sammeln – und mit allergrößter Leidenschaft

ins Moor, denn hier warten garantiert die Moosbeeren auf sie !

Diese alte Tradition ist bis heute ungebrochen: Auch die großen

lettischen Weltnetz-Portale schmücken ihre Seiten über und über

mit Moosbeeren, sobald die Saisaon angebrochen ist !

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Die Letten haben zumeist keine Angst, sich im Moor zu bewegen –

auch wenn es naß ist und der Boden unter den Füßen schwankt.

Wahrscheinlich erinnern sie sich an Erfahrungen ihrer Kindheit,

denn die Kenntnisse über das Moor werden von einer Generation

auf die andere weitergegeben – die Letten sind ein Volk des Moors.

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In sowjetischen Zeiten hat man auch das Sammeln reglementiert:

So wurden Jahr für Jahr irgendwelche Termine bekanntgegeben,

ab denen man ins Moos gehen durfte. Offiziell sollte so die Ernte

von zu jungen Beeren verhindert und ein optimaler Ernteertrag

gesichert werden. Wahrscheinlich war es aber eine reine Schikane.

Wenn dann der langerwartete Tag gekommen war , strömten ganze

Busladungen von Menschen in siedlungsnahe Moore und richteten

durch ihren konzentrierten Auftritt leider erhebliche Schäden an.

Deshalb hat man nach einigen Jahren dieses Verfahren auf- und

die Zeit des Beerensammelns wieder freigegeben – immerhin !

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Eine der typischen Erinnerungen aus meiner Kindheit ist es,

mit den Eltern ins Moor zu gehen und Beeren zu sammeln.

Natürlich habe ich als Kind nicht genügend Geduld gehabt,

um den ganzen Tag im Moor zu sein und fleißig zu sammeln.

Hinzu kam, daß meine kindliche Nase die im Moor oftmals

herrschenden, eher üblen Gerüche nicht ertragen konnte…

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Nach vielen Jahren Pause bin ich aber im  letzten Herbst doch

wieder in Moor gegangen. Ich wählte ein kleines Moor unweit

der estnische Grenze, denn es sah so aus, als würde niemand

diesen Platz kennen.  Tatsächlich wuchsen hier viele Moosbeeren

– dicht an dicht. Der Boden war glücklicherweise ziemlich trocken,

und überdies schien die Sonne den ganzen Tag, was hier im Norden

nicht immer selbstverständlich ist. So verbrachte ich einen langen

Tag im Moor – bei herrlicher Waldluft und warmer Herbstsonne,

und bis zum Abend hatte ich fast 13 Liter Beeren gesammelt !

Die füllen jetzt meinen Kühlschrank und locken in die Küche…

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Übersetzung: Thomas W. Wyrwoll

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Die Kapelle im Rigaer Flughafen

Wenn ich auf Reisen gehe oder Freunde bei ihrer Abreise aus Lettland begleite,

besuche ich die Kapelle im Rigaer Flughafen. Dort bete ich, spreche mit Gott…

Ich bitte Ihn dann, daß Er mich bzw. meine Freunde auf der Reise beschützt.

Ich danke Ihm für den Besuch der Freunde, verabschiede mich von ihnen –

und bete, daß Er uns Seinen Segen auch für die Zeit unserer Trennung schenkt.
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Die Kapelle spricht mich an – mit ihrer Stille, ihrer Einfachheit und ihrem Licht.
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Die Kapelle ist ein Ort der Stille. Im Flughafen wabern verschiedene Geräusche,

Leute laufen umher, aber hier herrscht Stille. Man hört seine Innere Stimme.

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Die Kapelle ist einfach und schön – und in meiner Lieblingsfarbe gehalten: grau.

Ihre steinernen Wände erinnern an die Katakomben, in denen sich die Christen

im Alten Rom trafen. Direkt auf die graue Wand ist in schwarz ein Bild gemalt:

„Maria mit dem Jesuskind“. Es stammt vom lettischen Künstler Maris Subacs,

der durch seine minimalistischen Graphiken bekannt wurde.

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Die Kapelle ist ein Ort des Lichts, das aus einem Glasfenster an der Decke fließt.

Bei Regen spielt das Wasser auf dem Glas und bildet eine Vielzahl von Mustern.

Das Licht des Himmels sendet uns seine Zeichen, will mit uns sprechen.

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Man ist hier fernab von der hektischen Welt eines internationalen Flughafens

– und begegnet auch fast nie einem Menschen. Vielleicht kommt niemand her,

weil der Weg hierhin unbekannt ist ?  Aber der Weg ist an sich ziemlich einfach

– nahe bei den Hauptschaltern von AirBaltic gibt es ein gut sichtbares Schild,

bei dem man nur die Treppe hinaufsteigen und eine Brücke überqueren muß.

Dann ist man da – und kann mit Gott sprechen.

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Besucht die Kapelle – sie ist sicher ein guter Ausgangspunkt für Eure Reise !

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Übersetzung: Thomas W. Wyrwoll
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Zwischen dem Christfest und Neujahr hatte ich eins meiner schönsten Erlebnisse in der letzten Zeit. Das war ein Gottesdienst in einem Kirchlein auf dem Lande, in Pernigel (lettisch: Liepupe), wo Münchausen geheiratet hatte – am Sonntag um die Mittagszeit. Einer der Gründe, weshalb ich dorthin gefahren bin, war der, daß ich gehofft hatte, daß es dort wärmer sein würde als in meiner Kirche. Doch in der Kirche erwartete uns eine unangenehme Überraschung – der Strom war weg, und mit ihm auch die Heizung. Draußen war es sehr kalt, und die Temperatur in der Kirche unterschied sich nicht wesentlich von der draußen. Im Gotteshause wurden Kerzen angezündet, und je weiter die Sonne unterging, um so dunkler und immer dunkler wurde es in der Kirche. Das Wasser im Taufbecken war gefroren, und beim Singen der Lieder wurde der Atem der Teilnehmer des Gottesdienstes sichtbar. Der Pfarrer behielt bei der Predigt die Handschuhe an, damit ihm die Finger nicht völlig abfrieren und bei der Austeilung des Abendmahles ganz steif würden. Doch weshalb nannte ich  zu Beginn meines Beitrages diesen Gottesdienst eins der schönsten Erlebnisse in der letzten Zeit ?  Obwohl es innen und außen sehr kalt war, erwärmte uns eine herzliche Wärme. Außer dem Pfarrer und dem Organisten waren nur sieben Menschen in der Kirche, die zusammenrückten. Man reichte mir von hinten eine Wärmflasche, die man auf dem Schoß behalten konnte, um sich zu wärmen. Den Friedensgruß unterstrichen das Lächeln und herzliche Umarmungen. Die Lieder erklangen besonders flott, denn die elektronische Orgel konnte aus den bekannten Gründen auch nicht gespielt werden. Bei dem Singen bewegten wir uns etwas mit, um uns damit auch etwas Wärme zu machen. Bei den Lesungen nahm der Lektor das Lektionar vom Pult und ging näher an das Fenster heran, um etwas mehr Licht zu haben. Wir freuten uns über den ungewöhnlichen  Glanz der vielen kleinen Kerzen. Beim Verlassen der Kirche sagte eine Frau ganz bescheiden zum Pfarrer: „Danke für den Gottesdienst“, und fügte zögernd hinzu: „Einen etwas wärmeren Raum hätte ich mir doch gewünscht.“ Das brachte uns alle zum Lächeln.

Übersetzung: Johannes Baumann

Pernigel

Etwa 20 km westlich von Lemsal (Limbaži) erhebt sich auf einem kleinen anmutigen Hügel, neben der Fernverkehrsstraße Riga – Reval (Tallinn), die lutherische Kirche von Pernigel (Liepupe) (l783). Diese Landkirche fesselt uns mit ihrer ungewöhnlichen Struktur, bei der die Querrichtung dominiert. Der Haupteingang und der Glockenturm befinden sich an der breiteren Seite des Baus. Auf diese Weise erhielt man eine geräumige Gemeindehalle mit der Altarkanzel gegenüber dem Eingang, so daß der Eindruck entsteht, als ob der Pastor bei der Predigt unter den Betenden weilt.
Im fruchtbaren Unterlaufbecken der Liepupe, etwa 2 km östlich der Kirche, erstrecken sich die Felder des ehemaligen Guts Duntern. Das Wohngebäude (1751) ist ein typischer Barockbau, dessen Komposition einen kubischen einstöckigen Baukörper darstellt, der durch Seitenrisalite, das Mezzanin und durch das Mansardendach ergänzt wird.

http://www.tournet.lv/page.php?id=1406 (leicht verändert)

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In Kürze: Was ist das Besondere am Lettischen Lieder- und Volkstanzfest?

Zitat aus http://www.dziesmusvetki.lv/index.php?&230

• Ein 12.000köpfiger Gesamtchor singt ein umfassendes und anspruchsvolles Repertoire – großteils a capella und achtstimmig• Die Volkstanzgroßaufführung vereint 15.000 Tänzer, die mit ihren Choreographien atemberaubende Muster bilden• Alle Choristen und Tänzer tragen während des Festes Volkstrachten• Das Lieder- und Volkstanzfest findet alle fünf Jahre statt, wobei in der Zwischenzeit im ganzen Land unablässig Werkschauen und Wettbewerbe ausgetragen werden• Der Tradition des Lieder- und Volkstanzfestes kommt hinsichtlich der Entstehung und Entwicklung der lettischen Identität eine zutiefst symbolische Bedeutung zu• In Lettland mit seinen rund 2,3 Millionen Einwohnern leben neben Letten Angehörige von 156 Völkern, die zur Teilnahme an dem Fest eingeladen sind und so die Gelegenheit haben, ihre Kulturen und Traditionen zu präsentieren

Die Liebe zum Singen

Zitat aus http://www.li.lv

Wenn ein Volk anhand einer Charaktereigenschaft definiert werden könnte, dann wäre es bei den Letten die Liebe zum Singen. Letten singen immer, überall und ohne bestimmten Grund. Sie singen an Feiertagen, Geburtstagen, Hochzeiten, Abschlussfeiern und Sportereignissen. Obwohl die Letten in allen Stilrichtungen singen, sei es Oper, Pop, Jazz oder Rock, haben die traditionellen lettischen Volkslieder, die dainas immer einen Platz in ihren Herzen. Dainas können allein, in Gruppen oder in großen Chören gesungen werden und in den etwa eine Million bekannten Liedern wird jedes wichtige Thema behandelt. Für jede Gelegenheit oder Stimmung gibt es ein daina, und auch Politiker zögern nicht, einen berühmten daina vorzutragen, wenn es der Anlass erfordert. Auf spektakulären Gesangs-Festivals versammeln sich Zehntausende Letten, um in Massenchören zu singen. Dabei tragen sie traditionelle Volkstrachten, deren Ursprung mehrere Jahrhunderte zurückliegt. Viele Letten besitzen ihre eigenen Volkstrachten, die sie an speziellen Anlässen, wie Gesangs-Festivals, zu Feiern oder an Feiertagen tragen. Der Gesang wird häufig von Tanz begleitet. Viele Letten sind auch in Volkstanzgruppen oder aber sie machen einfach mit, wenn die Stimmung auf sie übergreift.

Text: Ph.D. Ilmārs Mežs, Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Lettland, Ojārs Kalniņš, Das Lettland-Institut; Ieva Pīgozne, Das Lettland-Institut, 2006.


Meine  Fotos:  http://fotki.lv/lv/noskumusi/549585/

Dziesmu svētki 2008 : http://www.dziesmusvetki.lv/index.php?&230

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