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Archive for Februar 2010

Landkinder fotografiere ich sehr gerne. Die sind so echt. Oder – noch so echt?

Fotos:

http://fotki.lv/lv/noskumusi/553066/

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Mein Empfehlung:

http://baltbuch.blogspot.com/

Baltische Bücher – Lesenswertes aus Estland, Lettland & Litauen

Dieser Blog stellt ins Deutsche übersetzte Publikationen aus Estland, Lettland und Litauen vor. Gleichzeitig werden Publikationen deutschsprachiger Autorinnen und Autoren mit estnischen, lettischen oder litauischen Themen einbezogen.

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Gerade gefunden. Wunderbar!

http://www.histsem.uni-freiburg.de/mertens/graf/riga_vi.htm

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Die Kapelle im Rigaer Flughafen

Wenn ich auf Reisen gehe oder Freunde bei ihrer Abreise aus Lettland begleite,

besuche ich die Kapelle im Rigaer Flughafen. Dort bete ich, spreche mit Gott…

Ich bitte Ihn dann, daß Er mich bzw. meine Freunde auf der Reise beschützt.

Ich danke Ihm für den Besuch der Freunde, verabschiede mich von ihnen –

und bete, daß Er uns Seinen Segen auch für die Zeit unserer Trennung schenkt.
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Die Kapelle spricht mich an – mit ihrer Stille, ihrer Einfachheit und ihrem Licht.
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Die Kapelle ist ein Ort der Stille. Im Flughafen wabern verschiedene Geräusche,

Leute laufen umher, aber hier herrscht Stille. Man hört seine Innere Stimme.

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Die Kapelle ist einfach und schön – und in meiner Lieblingsfarbe gehalten: grau.

Ihre steinernen Wände erinnern an die Katakomben, in denen sich die Christen

im Alten Rom trafen. Direkt auf die graue Wand ist in schwarz ein Bild gemalt:

„Maria mit dem Jesuskind“. Es stammt vom lettischen Künstler Maris Subacs,

der durch seine minimalistischen Graphiken bekannt wurde.

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Die Kapelle ist ein Ort des Lichts, das aus einem Glasfenster an der Decke fließt.

Bei Regen spielt das Wasser auf dem Glas und bildet eine Vielzahl von Mustern.

Das Licht des Himmels sendet uns seine Zeichen, will mit uns sprechen.

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Man ist hier fernab von der hektischen Welt eines internationalen Flughafens

– und begegnet auch fast nie einem Menschen. Vielleicht kommt niemand her,

weil der Weg hierhin unbekannt ist ?  Aber der Weg ist an sich ziemlich einfach

– nahe bei den Hauptschaltern von AirBaltic gibt es ein gut sichtbares Schild,

bei dem man nur die Treppe hinaufsteigen und eine Brücke überqueren muß.

Dann ist man da – und kann mit Gott sprechen.

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Besucht die Kapelle – sie ist sicher ein guter Ausgangspunkt für Eure Reise !

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Übersetzung: Thomas W. Wyrwoll
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Fotos: http://fotki.lv/lv/noskumusi/503281/

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Fehlt es Euch in Eurem grauen Alltagsleben an Farben und Lebensfreude ?!

Dann empfehle ich Euch einen besonderen Besuch in den Weiten Lettlands…

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Von Riga aus müßt Ihr in Richtung Estland fahren, über Allendorf (lett.: Aloja)

bis nach Braslava. Eine schlechte Landstraße führt zum Hof von Karlis Lusis,

die, wie das für Lettland typisch ist, sogar einen eigenen Name trägt: Štākas.

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Am Tor zum Hofeingang sitzt ein komischer Hase – oder ist es ein Teufel ?!

Wenn Ihr hier seid, wird der Künstler zu Euch herauskommen und Euch in

seinen Ausstellungsraum begleiten. In einer kleinen Hütte in einer Hofecke

sind in Regalen bestimmt hunderte von bunten Figuren aus Holz ausgestellt:

Menschlein, Tierlein und kleine Fabelwesen – alles ausgesprochen bunt !!!

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In manchen der Figuren sind sogar führende lettische Politiker zu erkennen.

Nun, sie haben Karlis Lusis zwar nicht Modell gestanden, aber er kennt sie gut

– aus dem Fernsehen.

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Zur sonst braungrauen, im Winter auch weiß-schwarzen Landschaft Lettlands

stehen diese wunderlich-farbigen Figuren in einem eigentümlichen Kontrast…

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Einen besonderen Vorzug hat die Ausstellung gegenüber denen in Riga zudem:

Man kann das, was einem am besten gefällt, sogar mit nach Hause nehmen !!!

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Karlis Lusis wurde 1937 geboren und hat beruflich als Mechaniker gearbeitet.

Irgendwann entdeckte er, daß er sehr hübsche Eßloffel aus Holz basteln kann.

Sein nächster Schritt in Richtung Kunst waren dann seit 1996 diese Holzfiguren.

Meist sind sie 20 bis 30 cm hoch, manche aber auch schon einen ganzen Meter !

Sie ähneln sehr der weithin bekannten polnischen oder litauischen Volkskunst,

die die gelehrten Kunstwissenschaftler gemeinhin als „Naive Kunst“ bezeichnen

– aber davon hat Karlis Lusis noch nie etwas gehört.

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In Sommer hat Karlis Lusis leider keine Zeit für seine Kunst, denn dann muß er

weiter auf dem Acker arbeiten oder Nachbarn helfen. Die langen Winterabende

aber gehören bei ihm der Kunst. Wenn dann wieder der Frühling gekommen ist,

kann man davon ausgehen, daß der kleine Ausstellungraum in seiner Hofecke

wieder ein paar neue Bewohner gewonnen hat…

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Übersetzung: Thomas W. Wyrwoll

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Zwischen dem Christfest und Neujahr hatte ich eins meiner schönsten Erlebnisse in der letzten Zeit. Das war ein Gottesdienst in einem Kirchlein auf dem Lande, in Pernigel (lettisch: Liepupe), wo Münchausen geheiratet hatte – am Sonntag um die Mittagszeit. Einer der Gründe, weshalb ich dorthin gefahren bin, war der, daß ich gehofft hatte, daß es dort wärmer sein würde als in meiner Kirche. Doch in der Kirche erwartete uns eine unangenehme Überraschung – der Strom war weg, und mit ihm auch die Heizung. Draußen war es sehr kalt, und die Temperatur in der Kirche unterschied sich nicht wesentlich von der draußen. Im Gotteshause wurden Kerzen angezündet, und je weiter die Sonne unterging, um so dunkler und immer dunkler wurde es in der Kirche. Das Wasser im Taufbecken war gefroren, und beim Singen der Lieder wurde der Atem der Teilnehmer des Gottesdienstes sichtbar. Der Pfarrer behielt bei der Predigt die Handschuhe an, damit ihm die Finger nicht völlig abfrieren und bei der Austeilung des Abendmahles ganz steif würden. Doch weshalb nannte ich  zu Beginn meines Beitrages diesen Gottesdienst eins der schönsten Erlebnisse in der letzten Zeit ?  Obwohl es innen und außen sehr kalt war, erwärmte uns eine herzliche Wärme. Außer dem Pfarrer und dem Organisten waren nur sieben Menschen in der Kirche, die zusammenrückten. Man reichte mir von hinten eine Wärmflasche, die man auf dem Schoß behalten konnte, um sich zu wärmen. Den Friedensgruß unterstrichen das Lächeln und herzliche Umarmungen. Die Lieder erklangen besonders flott, denn die elektronische Orgel konnte aus den bekannten Gründen auch nicht gespielt werden. Bei dem Singen bewegten wir uns etwas mit, um uns damit auch etwas Wärme zu machen. Bei den Lesungen nahm der Lektor das Lektionar vom Pult und ging näher an das Fenster heran, um etwas mehr Licht zu haben. Wir freuten uns über den ungewöhnlichen  Glanz der vielen kleinen Kerzen. Beim Verlassen der Kirche sagte eine Frau ganz bescheiden zum Pfarrer: „Danke für den Gottesdienst“, und fügte zögernd hinzu: „Einen etwas wärmeren Raum hätte ich mir doch gewünscht.“ Das brachte uns alle zum Lächeln.

Übersetzung: Johannes Baumann

Pernigel

Etwa 20 km westlich von Lemsal (Limbaži) erhebt sich auf einem kleinen anmutigen Hügel, neben der Fernverkehrsstraße Riga – Reval (Tallinn), die lutherische Kirche von Pernigel (Liepupe) (l783). Diese Landkirche fesselt uns mit ihrer ungewöhnlichen Struktur, bei der die Querrichtung dominiert. Der Haupteingang und der Glockenturm befinden sich an der breiteren Seite des Baus. Auf diese Weise erhielt man eine geräumige Gemeindehalle mit der Altarkanzel gegenüber dem Eingang, so daß der Eindruck entsteht, als ob der Pastor bei der Predigt unter den Betenden weilt.
Im fruchtbaren Unterlaufbecken der Liepupe, etwa 2 km östlich der Kirche, erstrecken sich die Felder des ehemaligen Guts Duntern. Das Wohngebäude (1751) ist ein typischer Barockbau, dessen Komposition einen kubischen einstöckigen Baukörper darstellt, der durch Seitenrisalite, das Mezzanin und durch das Mansardendach ergänzt wird.

http://www.tournet.lv/page.php?id=1406 (leicht verändert)

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In Kürze: Was ist das Besondere am Lettischen Lieder- und Volkstanzfest?

Zitat aus http://www.dziesmusvetki.lv/index.php?&230

• Ein 12.000köpfiger Gesamtchor singt ein umfassendes und anspruchsvolles Repertoire – großteils a capella und achtstimmig• Die Volkstanzgroßaufführung vereint 15.000 Tänzer, die mit ihren Choreographien atemberaubende Muster bilden• Alle Choristen und Tänzer tragen während des Festes Volkstrachten• Das Lieder- und Volkstanzfest findet alle fünf Jahre statt, wobei in der Zwischenzeit im ganzen Land unablässig Werkschauen und Wettbewerbe ausgetragen werden• Der Tradition des Lieder- und Volkstanzfestes kommt hinsichtlich der Entstehung und Entwicklung der lettischen Identität eine zutiefst symbolische Bedeutung zu• In Lettland mit seinen rund 2,3 Millionen Einwohnern leben neben Letten Angehörige von 156 Völkern, die zur Teilnahme an dem Fest eingeladen sind und so die Gelegenheit haben, ihre Kulturen und Traditionen zu präsentieren

Die Liebe zum Singen

Zitat aus http://www.li.lv

Wenn ein Volk anhand einer Charaktereigenschaft definiert werden könnte, dann wäre es bei den Letten die Liebe zum Singen. Letten singen immer, überall und ohne bestimmten Grund. Sie singen an Feiertagen, Geburtstagen, Hochzeiten, Abschlussfeiern und Sportereignissen. Obwohl die Letten in allen Stilrichtungen singen, sei es Oper, Pop, Jazz oder Rock, haben die traditionellen lettischen Volkslieder, die dainas immer einen Platz in ihren Herzen. Dainas können allein, in Gruppen oder in großen Chören gesungen werden und in den etwa eine Million bekannten Liedern wird jedes wichtige Thema behandelt. Für jede Gelegenheit oder Stimmung gibt es ein daina, und auch Politiker zögern nicht, einen berühmten daina vorzutragen, wenn es der Anlass erfordert. Auf spektakulären Gesangs-Festivals versammeln sich Zehntausende Letten, um in Massenchören zu singen. Dabei tragen sie traditionelle Volkstrachten, deren Ursprung mehrere Jahrhunderte zurückliegt. Viele Letten besitzen ihre eigenen Volkstrachten, die sie an speziellen Anlässen, wie Gesangs-Festivals, zu Feiern oder an Feiertagen tragen. Der Gesang wird häufig von Tanz begleitet. Viele Letten sind auch in Volkstanzgruppen oder aber sie machen einfach mit, wenn die Stimmung auf sie übergreift.

Text: Ph.D. Ilmārs Mežs, Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Lettland, Ojārs Kalniņš, Das Lettland-Institut; Ieva Pīgozne, Das Lettland-Institut, 2006.


Meine  Fotos:  http://fotki.lv/lv/noskumusi/549585/

Dziesmu svētki 2008 : http://www.dziesmusvetki.lv/index.php?&230

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